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Erster CSD in Schweinfurt - "Nie wieder still"

  • Autorenbild: Richard Krauss
    Richard Krauss
  • 8. Sept. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

SCHWEINFURT (emet-news-press) Der Christopher Street Day (CSD) in Schweinfurt wird am kommenden Samstag, dem 13. September, seine Premiere feiern und als erster offizieller CSD der Stadt ein deutliches Zeichen für Vielfalt und gegen Diskriminierung setzen.


Die Veranstaltung, die unter dem kämpferischen Motto „Nie wieder still!“ steht, wird vom lokalen Verein Queeres UFO e.V. organisiert und bildet den Höhepunkt der politischen Arbeit der queeren Gemeinschaft in der Region.


Symbolbild: Pride flag
Symbolbild: Pride flag

Das Programm konzentriert sich auf eine politische Demonstration und Kundgebung, die um 16:00 Uhr mit dem ersten CSD-Demozug durch die Schweinfurter Innenstadt beginnen wird. Der zentrale Versammlungsort ist der Marktplatz, wo auch ein Bühnenprogramm stattfinden wird. 




Als Abschluss ist ab 19:00 Uhr eine Aftershow-Party im Stattbahnhof geplant. Eine detaillierte Route für den Demozug wurde aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich bekannt gegeben, eine Maßnahme, die in Anbetracht der bundesweiten Zunahme von Angriffen und Störaktionen gegen queere Veranstaltungen als notwendig erachtet wird.



Die Premiere des CSD in Schweinfurt findet vor dem Hintergrund einer zunehmend angespannten Sicherheitslage statt. Nach Angaben von Fachstellen kam es 2025 zu so vielen organisierten rechtsextremen Kundgebungen und Störaktionen gegen CSDs wie nie zuvor. Mehr als 70 CSDs wurden dieses Jahr bereits gestört. 


Diese Entwicklung spiegelt sich auch in Schweinfurt wider, wo in der Vergangenheit Umtriebe von Neonazi-Aktivisten im Umfeld des Fußballvereins 1. FC Schweinfurt 05 dokumentiert wurden, worauf der Verein mit Hausverboten und einer klaren Distanzierung reagierte. Experten des Verfassungsschutzes sehen LSBTIQ-Feindlichkeit als eines der bedeutendsten Agitationsfelder der rechtsextremistischen Szene. 


Der CSD ist nicht nur ein Fest, sondern auch eine Plattform für konkrete politische Forderungen. Die queere Bewegung in Bayern fordert unter anderem einen Aktionsplan „Queeres Bayern“ mit ausreichender finanzieller Ausstattung, ein Landesantidiskriminierungsgesetz und eine verlässliche Finanzierung von Beratungsstellen und Community-Zentren. 


Plakat CSD Schweinfurt 2025 13.9.2025 ab     16:00 Uhr Schweinfurt Marktplatz
Plakat CSD Schweinfurt 2025 13.9.2025 ab 16:00 Uhr Schweinfurt Marktplatz

Diese Forderungen stehen jedoch im Widerspruch zur angespannten Haushaltslage der Stadt Schweinfurt. Oberbürgermeister Sebastian Remelé (CSU) hat signalisiert, dass die Stadt Sparmaßnahmen ergreifen und viele Projekte auf den Prüfstand stellen muss, um die Finanzierung von Pflichtaufgaben sicherzustellen


Die Bedeutung der Veranstaltung wird durch ein kürzliches Ereignis im Schweinfurter Stadtrat unterstrichen: Der Ferienausschuss der Stadt hatte am 19. August mit 14:1 Stimmen beschlossen, die Regenbogenflagge am Rathaus zu hissen. Der Antrag wurde von der Grünen-Fraktion eingebracht, um ein solidarisches Zeichen für die queere Gemeinschaft zu setzen.


Der Christopher Street Day in Schweinfurt wird vom Verein Queeres UFO e.V. veranstaltet. Der ehrenamtlich tätige Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die Sichtbarkeit und Akzeptanz von queeren Menschen in der Region zu stärken.


 Über die Organisation von Veranstaltungen wie dem CSD hinaus bietet Queeres UFO e.V. auch Peer-to-Peer-Beratung an, die Menschen bei Coming-out-Prozessen oder dem Umgang mit Diskriminierung unterstützt. 


Die Organisation des CSD 2025 baut auf den Erfahrungen des im Vorjahr veranstalteten „Fest der Vielfalt“ auf, das ebenfalls auf dem Schweinfurter Marktplatz stattfand und in Zusammenarbeit mit den Bündnissen „Schweinfurt ist bunt“ und „QueerSW“ durchgeführt wurde.



Quellen:


Queeres UFO e.V.: http://www.queeres-ufo.de

Schweinfurt ist bunt: https://schweinfurt-ist-bunt.de


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