Milliardenschwere Blockade: Banken stoppen Zahlungen nach PayPal-Ausfall
- Richard Krauss
- vor 6 Minuten
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Ein Ausfall zentraler Sicherheitssysteme beim Online-Bezahldienst PayPal hat in Deutschland zu massiven Störungen im Zahlungsverkehr geführt. Mehrere Banken, darunter die Bayerische Landesbank, die Hessische Landesbank und die DZ Bank, blockierten am Montag Zahlungen im Umfang von vermutlich mehr als zehn Milliarden Euro.

Auslöser war, dass PayPal Ende vergangener Woche verdächtige Lastschriften ungefiltert weiterleitete, weil die internen Prüfsysteme nicht funktionierten. Betroffen sind Händler, die auf ausstehende Zahlungen warten, sowie Kunden, die in ihren Konten teilweise fälschlich ein Minus angezeigt bekommen.
Händler beklagen bereits Verzögerungen bei Geldeingängen, während die Banken die Abwicklung der blockierten Vorgänge teilweise manuell nachholen müssen.
PayPal selbst sprach von einer „vorübergehenden Serviceunterbrechung“ und erklärte, man habe die Ursache schnell identifiziert und arbeite eng mit den Bankpartnern zusammen.
Nach Angaben aus Finanzkreisen ist die Europäische Zentralbank über die Vorgänge informiert. Laut Medienberichten könnte allein die Bayerische Landesbank rund vier Milliarden Euro an Zahlungen blockiert haben.
Für betroffene Kunden zeigte PayPal den gescheiterten Lastschriften zufolge eine angebliche Unterdeckung der Bankkonten an, mit der Ankündigung, den Betrag inklusive Bearbeitungsgebühr erneut einzuziehen.
Ob PayPal auf diesen Gebühren besteht, obwohl das Problem in den eigenen Systemen lag, ist bislang unklar. Beobachter verweisen darauf, dass der Bezahldienst immer wieder Ziel krimineller Aktivitäten ist und zuletzt vor Weihnachten vor Betrugsversuchen mit fremden Kontodaten gewarnt wurde.
Der aktuelle Vorfall gilt als einer der gravierendsten Ausfälle im europäischen Zahlungsverkehr der vergangenen Jahre und könnte die Debatte über Abhängigkeiten von internationalen Zahlungsdienstleistern neu anfachen.
Mit Wero ist seit 2024 eine neue europäische Bezahl-App verfügbar, die von der European Payments Initiative getragen wird und schrittweise in Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden eingeführt wird.
Über die App lassen sich Beträge innerhalb weniger Sekunden überweisen, oft reicht die Handynummer des Empfängers. Wero soll bis 2026 auch im Onlinehandel und im stationären Zahlungsverkehr breit nutzbar sein.
Neben Wero haben sich in Europa weitere Alternativen zu PayPal etabliert:
Trustly aus Schweden ermöglicht Zahlungen per Open Banking direkt vom Bankkonto, Adyen aus den Niederlanden bietet Händlern umfassende Lösungen für E-Commerce, mobile und stationäre Zahlungen.
Dazu kommen bewährte Systeme wie SEPA-Lastschrift, Sofortüberweisung sowie länderspezifische Angebote wie iDEAL in den Niederlanden oder Bancontact in Belgien.
Quellen:
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/paypal-sicherheitsprobleme-banken-milliarden-zahlungen-li.3303912https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/paypal-sicherheitsproblem-in-deutschland-banken-blockieren-offenbar-zahlungen-in-milliardenhohe-14233151.htmlhttps://www.heise.de/en/news/Paypal-German-banks-apparently-blocked-payments-of-billions-of-euros-10622936.htmlhttps://www.focus.de/finanzen/paypal-sicherheitssysteme-ausgefallen-banken-blockieren-zahlungen-in-milliardenhoehe_9c3471d4-349c-4d50-9e5f-9d6b15759ffa.htmlhttps://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/id_100887622/paypal-deutsche-banken-stoppen-zahlungen.htmlhttps://www.pcwelt.de/article/2890314/paypal-sicherheitsluecke-deutsche-banken-stoppen-zahlungen-das-muessen-kunden-wissen.htmlhttps://borncity.com/win/2024/12/27/paypal-fraud-via-guest-account-german-consumer-advice-center-warnshttps://newsroom.paypal-corp.com/2025-7-21-Introducing-AI-Powered-Scam-Alerts-for-Friends-and-Family-Payments