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Anfeindungen
durch pro-palästinensische
Gewalttäter vor evangelischer
Kirche in Langenau

Richard Krauss

10. Juli 2025

Störung und Angriffe
auf Gottesdienstbesucher*innen
Stadt reagiert jetzt.

Langenau. Die evangelische Gemeinde in Langenau steht seit Monaten unter Druck. Nach einer Predigt zum Nahostkonflikt im Oktober 2023 sieht sich Pfarrer Ralf Sedlak und seine Gemeinde wiederkehrenden Protesten von Pro-Palästina-Aktivisten ausgesetzt. Die Lage hat sich zuletzt weiter zugespitzt.


Wöchentlich demonstrieren Aktivisten mit Plakaten vor der Martinskirche. Die Gemeinde berichtet von Einschüchterungen und Anfeindungen. Viele Gottesdienstbesucher meiden inzwischen die Kirche oder wählen Seiteneingänge, um Konfrontationen zu entgehen.


Die Situation eskalierte mehrfach: Im Dezember 2024 wurden antisemitische Parolen an der Kirche entdeckt. An Silvester 2023 gab ein Unbekannter mehrere Schüsse mit einer Signalpistole auf das Pfarr- und Gemeindehaus ab.


Am vergangenen Sonntag kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Nach Polizeiangaben soll ein 75-jähriger Demonstrant einen 84-jährigen Gottesdienstbesucher zu Boden gestoßen haben. Ein weiterer Mann griff daraufhin den Aktivisten an. Die Ermittlungen laufen.


Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl zeigt sich besorgt. Er fordert eine Allgemeinverfügung, die Demonstrationen im Umfeld der Kirche untersagt.


Die Stadt Langenau prüft diesen Schritt, das Innenministerium unterstützt die Forderung. Gohl betont, die Religionsfreiheit der Gemeinde werde durch die anhaltenden Störungen unzumutbar eingeschränkt. „Der Gottesdienst darf kein Spießrutenlauf sein“, so der Landesbischof.


Die Stadt verweist auf die schwierige Abwägung zwischen Meinungs- und Religionsfreiheit. Mit Blick auf die jüngsten Vorfälle kündigte die Bürgermeisterin an, eine Allgemeinverfügung vorzubereiten. Ob diese vor Gericht Bestand haben wird, bleibt offen.


Der Fall gilt als Einzelfall im Bereich der württembergischen Landeskirche, sorgt aber bundesweit für Diskussionen. Die Gemeinde hofft auf eine rasche Lösung – und auf einen sicheren Raum für ihren Glauben.



  1. Jüdische Allgemeine– Christen von israelfeindlichen Aktivisten bedrängt (10.07.2025)– Langenau ist kein Einzelfall (14.04.2025)


  2. Welt.de– Handgreiflichkeiten zwischen Pro-Palästina-Demonstranten und Gottesdienstbesuchern (07.07.2025)


  3. Spiegel.de– Konflikt vor Kirche in Langenau eskaliert (07.07.2025)


  4. Augsburger Allgemeine– Tumulte nach Gottesdienst – Streit um Pro-Palästina-Demo eskaliert (08.07.2025)


  5. Donau 3 FM– Landesbischof Gohl erhebt Vorwürfe nach Auseinandersetzung (08.07.2025)


  6. Badische Zeitung– Pro-Palästina-Demo löst Handgreiflichkeiten aus (07.07.2025)


  7. ELK Württemberg (Evangelische Landeskirche)– Offizielle Stellungnahme der Landeskirche (07.07.2025)für politisch motivierte Straftaten.



Glossar:


  • Allgemeinverfügung

    Eine behördliche Anordnung, die für eine unbestimmte Anzahl von Personen in einem bestimmten Sachverhalt gilt.


  • Antisemitismus

    Feindseligkeit, Vorurteile oder Diskriminierung gegenüber Jüdinnen und Juden.


  • DemonstrationsverbotBehördlich angeordnetes Verbot, an einem bestimmten Ort öffentliche Versammlungen oder Proteste abzuhalten.


  • Handgreiflichkeiten

    Körperliche Auseinandersetzungen, bei denen Personen gewaltsam angegriffen werden.


  • Meinungsfreiheit

    Grundrecht, die eigene Meinung frei äußern und verbreiten zu dürfen.


  • Religionsfreiheit

    Grundrecht, die eigene Religion frei auszuüben oder keiner Religion anzugehören.


  • Schmierereien

    Illegale, meist beleidigende oder politische Parolen, die an Wände oder Gebäude geschrieben oder gesprüht werden.


  • Signalpistole

    Waffe zur Abgabe von Leuchtsignalen, die auch als Bedrohungsmittel missbraucht werden kann.


  • Spießrutenlauf

    Bildhafter Ausdruck für eine Situation, in der jemand wiederholt Anfeindungen oder Demütigungen ausgesetzt ist.


  • Staatsschutz

    Spezialisierte Polizeiabteilung für politisch motivierte Straftaten.

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